"Eine menschliche Möwe" Gedicht

Aktualisiert: 18. Okt 2020


Eine menschliche Möwe


Neumond und das Sprühen der Meereswellen auf mein Gesicht begrüßten mich, wie ein hungriges Monster der sich auf seine Beute freut!

Ein Kind das Bereits im Schlauchboot setzt fragt sein Vater: "Baba wieso ist das Meer schwarz? Du hast mir erzählt es sei Blau..." sein Vater kann die Frage nicht beantworten. Er schaut Richtung Griechenland und sucht am dunklen Horizont des versprochenen Glückes, Würde und Zukunft. 

"Schmeiß dein Rucksack weg. Wir haben keinen Platz dafür." Schrie mich der Schlepper an. Ich zucke zusammen und umarme meinen Rucksack fest wie die Mutter ihres Neugeborenen.  "Was hast du so Wichtiges da drinnen?" fragte er ungeduldig und wütend.  "Meine Identität und ein bisschen Individualität..." antwortete ich beschämt über meinen Egoismus...  "schmeiß dein Rucksack weg. Du brauchst das dort nicht, denn dort kennen dich alle schon... du, der Flüchtling.” sprach der Schlepper wie ein Erlöser und schob uns in den Tod.

Ich spielte keine Rolle für mein Überleben...  Ich spielte mit der Ungewissheit, wie ein achtloses Kind an der Küste der Gestrandeten, Würfeln.

Sie mit dem dunklen Meer und der Geruch der Angst bewaffnet und ich mit dem Bild des Lächelns meiner Mutter.  Eine Umarmung der Zärtlichkeit meiner Mutter begleitet mich wie ein unsichtbarer Hanisch aber mein Würfelwurf schlug fehl und das Meer entschied sich, die schwarze Prinzessin zu einer Meerjungfrau zu verwandeln.

Ihr wurde durch die Hände der Piraten die Krone der Ewigkeit überreicht, in den tiefen Eingeweiden des Meeres zu regieren.  Ich war große als eine Biene um zwischen den Grenzen wandern zu können und weniger als ein Mensch um mit meinem Reisepass reisen zu dürfen.  Eine menschliche Möwe rettete mich. Sie sah wie die Wellen mit ihren Schleudern der Geruch des Krieges in meiner Seele wegwischen wollten.

“Nicht aufgeben. Du musst diese Geschichte schreiben. Wer seine Geschichte schreibt, vererbt die Definition und zündet einen Stern in unserem Himmel an”, murmelt die Möse in meinem Ohr und flog weg.

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